Standard BT 1000

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:1930-1933
Hubraum:996 ccm
Leistung:22 PS
Ölmenge:3.0
Tankinhalt:15
Antrieb:Kette
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

Standard BT 1000

Ein seltener deutscher V-Twin-Riese mit Schweizer MAG-Motor.

Die Standard BT 1000, gefertigt von der Standard Fahrzeugfabrik (Gutbrod) in Ludwigsburg, markiert einen absoluten Zenit des deutschen Motorradbaus der frühen 1930er Jahre. In einer Ära, die von der Weltwirtschaftskrise gezeichnet war, positionierte Wilhelm Gutbrod dieses Modell als kompromisslose Luxusmaschine, die später unter dem klangvollen Namen „Imperator“ in die Geschichte einging. Sie war weniger ein Massenprodukt als vielmehr ein Statussymbol für eine elitäre Käuferschicht, die technische Perfektion über den Preis stellte.

Technisches Herzstück aus der Schweiz

Das Herz der BT 1000 war ein massiver V-Twin-Motor des renommierten Schweizer Herstellers MAG (Motosacoche). Mit einem Hubraum von knapp 1000 ccm (exakt 992 ccm) leistete das Aggregat rund 22 PS. Was nach heutigen Maßstäben bescheiden klingt, war damals eine enorme Kraftentfaltung, die durch ein gewaltiges Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen bestach. Die Kraftübertragung erfolgte über ein robustes Viergang-Getriebe der Marke Hurth, das damals noch klassisch per Hand geschaltet wurde.

Konstruktion und Fahrkomfort

Fahrwerkstechnisch setzte die BT 1000 auf Stabilität. Der großzügig dimensionierte Stahlrohrrahmen musste das hohe Gewicht des schweren V2-Motors und der massiven Anbauteile tragen. Während die Vorderradgabel meist als Trapezgabel ausgeführt war, blieb das Heck – wie in dieser Zeit üblich – starr. Dennoch galt die Maschine aufgrund ihres langen Radstandes als hervorragender Langstrecken-Tourer, der oft und gerne mit einem Seitenwagen kombiniert wurde. Die hochwertige Verarbeitung und die Verwendung erstklassiger Komponenten machten sie zu einer der zuverlässigsten, aber auch teuersten Maschinen auf dem europäischen Markt.

Historische Einordnung

Die Produktion der BT 1000 fiel in eine politisch und wirtschaftlich instabile Zeit. Trotz ihres exzellenten Rufes blieb die Stückzahl gering, da der Kaufpreis von über 1.500 Reichsmark für die meisten Motorradfahrer unerreichbar war. Heute existieren weltweit nur noch sehr wenige Exemplare der Standard BT 1000, was sie zu einem der gesuchtesten Sammlerstücke der Vorkriegsära macht. Sie verkörpert den Übergang von der handwerklichen Einzelfertigung zur industriellen Hochleistungstechnik und bleibt ein Denkmal für den deutschen Pioniergeist im Fahrzeugbau.
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