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Moto Guzzi California II
Die Fortführung des Erfolgsmodells in den 80ern.
Bremssystem
Berühmt für das Integral-Bremssystem, bei dem die Fußbremse gleichzeitig eine Scheibe vorne aktiviert.
Die Moto Guzzi California II ist kein gewöhnliches Motorrad – sie ist ein wuchtiges Stück italienisches Eisen, das den Geist der Freiheit auf die Straße bringt. Als sie 1981 die Bühne betrat, hatte sie ein schweres Erbe anzutreten, doch sie meisterte den Sprung von der Behörden-Maschine zum ultimativen Long-Distance-Cruiser mit Bravour.
Eine Legende wird erwachsen
Die Historie der “Cali II” ist eng mit dem legendären Tonti-Rahmen verknüpft. Während die Vorgängerin noch stark an die kalifornischen Polizeimaschinen angelehnt war, wurde die IIer gezielt für Tourenfahrer entwickelt. Lino Tonti verlängerte den Radstand leicht, was der Maschine eine stoische Ruhe auf der Autobahn verlieh. Es war die Ära, in der Moto Guzzi bewies, dass man Luxus und Charakter kombinieren kann, ohne die Seele zu verlieren.
Das technische Herzstück
Technisch gesehen ist die California II ein Statement gegen den kurzlebigen Zeitgeist. Der luftgekühlte 950er V2-Motor mit seinen querliegenden Zylindern ist das mechanische Wahrzeichen aus Mandello del Lario. Mit satten 65 PS reißt man keine Bäume aus, aber das Drehmoment im Keller ist genau das, was du zum entspannten Cruisen brauchst.
Ein Highlight, das damals wie heute Biker-Stammtische spaltet, ist das Integralbremssystem. Trittst du auf die Bremse, verzögert die Guzzi vorne und hinten gleichzeitig. Das sorgt für eine beeindruckende Stabilität, erfordert aber eine kurze Eingewöhnung, wenn man von “normalen” Bikes kommt. Der wartungsarme Kardanantrieb macht sie zudem zum perfekten Begleiter für Leute, die lieber fahren als Ketten zu fetten.
Warum sie heute Kult ist
Wer eine California II fährt, sucht keine Bestzeiten. Man sucht das charakteristische Schütteln im Leerlauf und den tiefen, sonoren Schlag aus den Endtöpfen. Mit ihren Trittbrettern, der riesigen Scheibe und der Schaltwippe bietet sie ein Fahrgefühl, das irgendwo zwischen Sofa und Dampfschiff liegt. Sie ist eine ehrliche Maschine: viel Chrom, massiver Stahl und Technik, die man mit dem richtigen Schlüssel noch selbst verstehen kann.