Moto Guzzi 850 T3 California

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:1975-1981
Hubraum:844 ccm
Leistung:59 PS
Ölmenge:3.0
Tankinhalt:24
Antrieb:Kardan
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

Moto Guzzi 850 T3 California

Das Modell, das die Integralbremse (T3 = Triple Disc) populär machte.

Technik

Ein Bremssattel vorne und der hintere werden gleichzeitig über den Fußbremshebel betätigt, was für hohe Stabilität sorgt.

Stil

Die klassische Touren-Ausstattung mit großer Scheibe und Koffern setzte Maßstäbe für europäische Reise-Cruiser.

Die Moto Guzzi 850 T3 California markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der italienischen Motorradbaukunst und festigte den Ruf der Marke als ernstzunehmender Konkurrent auf dem internationalen Tourenmarkt. Eingeführt in den mittleren 1970er Jahren, basierte dieses Modell auf der robusten 850 T3, wurde jedoch gezielt für Langstreckenfahrer veredelt, die den Flair der amerikanischen Highways mit europäischer Ingenieurskunst verbinden wollten.

Historischer Kontext und Erbe

Die Geburtsstunde der California-Reihe liegt in der Zusammenarbeit mit dem Los Angeles Police Department (LAPD). Während die frühen V7-Modelle den Grundstein legten, war es die 850 T3 California, die den Übergang zur modernen Ära der Marke einläutete. Sie nutzte den von Lino Tonti entwickelten Rahmen, der durch seine niedrige Bauweise und enorme Versteifung das Fahrverhalten von großvolumigen Motorrädern revolutionierte. In einer Zeit, in der viele Konkurrenzmodelle bei hohen Geschwindigkeiten zum Pendeln neigten, bot die Guzzi eine fast stoische Ruhe auf dem Asphalt.

Technische Raffinesse: Das T3-System

Das Herzstück und zugleich Namensgeber war das „T3“-System – kurz für „Tre Dischi“ (drei Scheiben). Moto Guzzi implementierte hier ein innovatives Integral-Bremssystem, das seiner Zeit weit voraus war. Beim Betätigen der Fußbremse wurde nicht nur die hintere Scheibe, sondern gleichzeitig eine der vorderen Bremsscheiben aktiviert. Ein Druckverteiler sorgte für die optimale Balance. Die zweite vordere Scheibe wurde klassisch über den Handhebel bedient. Dies erhöhte die Sicherheit und Stabilität bei Gefahrenbremsungen massiv, ein Merkmal, das heute bei modernen ABS-Systemen Standard ist.

Der unverwechselbare Antrieb

Angetrieben wurde die Maschine vom legendären, luftgekühlten 90-Grad-V2-Motor mit 844 ccm Hubraum. Die längs eingebaute Kurbelwelle verlieh dem Motorrad das charakteristische Kippmoment beim Gasgeben im Stand – ein mechanisches Lebenszeichen, das Fans bis heute lieben. Mit rund 59 PS lieferte das Aggregat zwar keine Rennsportwerte, glänzte aber durch ein sattes Drehmoment im unteren Drehzahlbereich und eine enorme Langlebigkeit. Der wartungsarme Kardanantrieb machte die California zur idealen Wahl für Reisende, die keine Lust auf das Schmieren von Ketten hatten.

Design und Ausstattung

Optisch bestach die California durch ihre üppige Ausstattung: Die markanten Trittbretter, der hochgezogene Lenker und die große Windschutzscheibe verliehen ihr eine majestätische Präsenz. Chromverzierte Sturzbügel und die eleganten Borrani-Speichenfelgen rundeten das Bild ab. Heute gilt die 850 T3 California nicht nur als zuverlässiges Reisemotorrad, sondern als gesuchtes Sammlerstück, das die goldene Ära der italienischen V2-Maschinen verkörpert.
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