Jawa 350 Typ 634

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:1973-1984
Hubraum:344 ccm
Leistung:19 PS
Ölmenge:0.0
Tankinhalt:17
Antrieb:Kette
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

Jawa 350 Typ 634

Der robuste Lastenesel des Ostens, oft als Basis für individuelle Chopper-Umbauten genutzt.

Die Jawa 350 Typ 634 markiert einen der bedeutendsten Meilensteine in der Geschichte der tschechoslowakischen Motorradindustrie. Eingeführt in den frühen 1970er Jahren als Nachfolger der legendären „Kývacka“-Modelle, verkörperte sie den Übergang von der kurvigen Ästhetik der Nachkriegszeit hin zu einem funktionalen, kantigen Design, das für die Ewigkeit gebaut schien. Während westliche Hersteller zu dieser Zeit massiv auf Viertaktmotoren setzten, blieb Jawa dem Zweitakter treu, perfektionierte ihn jedoch für extreme Beanspruchungen.
Technisch gesehen ist das Herzstück der Typ 634 ein luftgekühlter 350-cm³-Zweizylindermotor. Die Konstruktion zeichnete sich durch ihre Einfachheit und Wartungsfreundlichkeit aus, was besonders in ländlichen Regionen des Ostblocks und in den Weiten der Sowjetunion überlebenswichtig war. Ein herausragendes Merkmal dieser Ära war der massive Doppelschleifenrahmen aus Rundrohren. Dieser war so verwindungssteif konzipiert, dass er problemlos schwere Beiwagen (wie den Velorex 562) aufnehmen konnte, ohne das Fahrverhalten negativ zu beeinflussen.
Die Kraftübertragung erfolgt über ein Vierganggetriebe, das mit der ikonischen halbautomatischen Kupplung von Jawa ausgestattet ist. Dies erlaubt das Schalten ohne Betätigung des Kupplungshebels am Lenker – ein technisches Alleinstellungsmerkmal, das Jawa-Fahrer bis heute schätzen. In den Exportversionen für den Westen wurde zudem oft das „Oilmaster“-System verbaut, das die Getrenntschmierung ermöglichte und das lästige Mischen an der Zapfsäule überflüssig machte.
Historisch gesehen war die Typ 634 ein globaler Erfolg. Millionen Einheiten verließen das Werk in Týnec nad Sázavou, wobei der Großteil in die UdSSR exportiert wurde. Dort galt das Motorrad aufgrund seiner Zuverlässigkeit bei extremen Temperaturen und schlechten Straßenverhältnissen als „Arbeitstier“. Heute hat sich das Image gewandelt: Die Jawa 350 Typ 634 ist vom Alltagsfahrzeug zum begehrten Sammlerstück avanciert. Liebhaber schätzen das unverwechselbare Tuckern des Zweitakters und das nostalgische Fahrgefühl, das eine Brücke in eine vergangene Ära der Mechanik schlägt.
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