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Indian Chieftain
Die erste Indian mit einer rahmenfesten Verkleidung (Fairing).
Technik
Ein elektrisch verstellbares Windschild und ein integriertes Audiosystem setzen Maßstäbe im Bagger-Segment.
Motor
Der Thunderstroke 111 ist optisch an die historischen Indian-Motoren der 40er Jahre angelehnt, arbeitet aber mit modernster Ventilsteuerung.
Stauraum
Die schlüssellosen Hartschalenkoffer bieten viel Platz für Gepäck.
Die Indian Chieftain ist nicht einfach nur ein Motorrad – sie ist eine rollende Ansage an den Asphalt. Während andere Cruiser noch im Rückspiegel der Geschichte hängen, hat Indian mit der Chieftain 2014 den Bagger-Markt ordentlich aufgemischt. Es war das erste Modell der „Neuzeit“ unter der Flagge von Polaris, das mit der ikonischen, rahmenfesten Gabelverkleidung (Batwing) und den geschwungenen Koffern bewies: Tradition kann verdammt modern aussehen.
Wo das Eisen glüht: Die Technik
Das Herzstück der Chieftain ist der gewaltige Thunderstroke-V-Twin. Ob als 111er oder der neuere 116er – dieses Triebwerk liefert Drehmoment aus dem tiefsten Keller, genau da, wo wir Biker es beim Rausbeschleunigen aus der Kehre brauchen. Die Kühlrippen-Optik täuscht über die moderne Technik hinweg: Dank Hinterzylinder-Deaktivierung grillst du dir an der Ampel nicht mehr die Oberschenkel, da der hintere Topf im Leerlauf einfach Pause macht.
Fahrwerkstechnisch ist die Chieftain ein schwerer Brocken, der sich überraschend leichtfüßig dirigieren lässt. Der leichte Aluminium-Gussrahmen sorgt für Stabilität, während das Ride Command System mit dem 7-Zoll-Touchscreen alles liefert, was das Touren-Herz begehrt – von der Navigation bis zum fetten Sound aus den integrierten Speakern.
Geschichte trifft Moderne
Die Historie der Chieftain ist eng mit dem Comeback der Marke verknüpft. Sie war die Speerspitze, um Harley-Davidson im Luxus-Bagger-Segment die Stirn zu bieten. Während die Ur-Modelle noch auf den klassischen „Valanced Fenders“ (den tiefgezogenen Kotflügeln) rollten, setzen die heutigen Dark Horse oder Limited Versionen auf ein aggressiveres, schlankeres Design mit offenem Vorderrad.
Wer eine Chieftain fährt, sucht keinen sterilen Tourer. Man sucht das Bollern, das Chrom (oder das düstere Mattschwarz) und das Gefühl, ein Stück amerikanische Freiheit unter dem Hintern zu haben, das technisch im 21. Jahrhundert angekommen ist.