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Harley-Davidson Dyna Sturgis
Das erste Modell mit dem damals revolutionären Dyna-Rahmen.
Rahmenkonzept
Der Motor ist über Silentblöcke gummigelagert, um Vibrationen vom Fahrer fernzuhalten.
Sammlerwert
Als limitiertes Sondermodell zum 50. Jubiläum der Sturgis Motorcycle Rally ist sie heute ein begehrtes Exponat.
Die Harley-Davidson Dyna Sturgis (FXDB) ist weit mehr als nur ein Sondermodell – sie ist der Urknall der Dyna-Serie. Als sie 1991 auf den Plan trat, markierte sie das Ende der FXR-Ära und den Beginn einer neuen Philosophie im Rahmenbau. Harley feierte mit diesem Bike das 50. Jubiläum der legendären Sturgis Motorcycle Rally in den Black Hills und brachte ein Eisen auf die Straße, das heute unter Sammlern als heiliger Gral gilt.
Die Technik: Ein Meilenstein aus dem Computer
Die Sturgis war die erste Harley-Davidson überhaupt, die komplett mittels CAD (Computer-Aided Design) entworfen wurde. Das Ziel war ein stabilerer Rahmen, der sich effizienter produzieren ließ. Das Ergebnis war das „Dyna Glide“-Fahrwerk. Technisch gesehen war der Umstieg vom FXR- zum Dyna-Rahmen radikal: Statt drei Motorlagern nutzte man nun nur noch zwei, was dem Bike zwar etwas mehr Vibrationen im Stand bescherte, ihm aber einen unverwechselbar rauen Charakter verlieh.
Im Herzen bollert der legendäre 1340er Evolution-V-Twin (80 Cubic Inch). Dieser Motor gilt in der Szene als nahezu unzerstörbar und bietet genau das Drehmoment, das man für entspanntes Cruisen braucht. Kombiniert wurde das Ganze mit einem 5-Gang-Getriebe. Während die Ur-Sturgis von 1980 (die FXB) durch ihre doppelten Zahnriemen (Primary und Final Drive) berühmt wurde, setzte die 91er Dyna auf einen klassischen Primärantrieb, behielt aber den sauberen Riemenantrieb zum Hinterrad bei.
Historie und Optik: Black is Beautiful
Optisch blieb Harley dem düsteren Erbe der ersten Sturgis treu. Chrom suchst du hier fast vergeblich. Das Bike ist in tiefes Schwarz getaucht, unterbrochen nur von dezenten orangefarbenen Akzenten – den Firmenfarben der Company. Sogar der Motorblock und die Gussräder bekamen das schwarze Finish verpasst, veredelt durch feine orangefarbene Pinstripes an den Felgen.
Mit einer streng limitierten Stückzahl von nur etwa 1.600 Einheiten war die FXDB Sturgis von Anfang an ein Exot. Wer heute eine im Originalzustand besitzt, hütet einen echten Schatz der Milwaukee-Geschichte. Es war das Bike, das bewies, dass Harley-Davidson bereit für die Moderne war, ohne seine Wurzeln im Dreck von South Dakota zu vergessen.
Wichtiger Hinweis: Achte beim Kauf einer gebrauchten Sturgis unbedingt auf die Originalität der Lackierung und der schwarzen Anbauteile, da viele Besitzer über die Jahre (leider) doch noch Chrom nachgerüstet haben.