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Harley-Davidson Bad Boy
Eine seltene Variante der Springer Softail in komplettem Schwarz.
Exklusivität
Nur drei Jahre produziert, zeichnet sie sich durch die schwarze Beschichtung der Springer-Gabel aus.
Motor
Klassischer 1340er Evolution-Motor mit Vergaser.
Die Harley-Davidson Bad Boy (FXSTSB) nimmt in der Historie der Milwaukee-Marke eine Sonderstellung ein. Als sie 1995 auf den Markt kam, brach sie radikal mit dem damaligen Chrom-Diktat der Softail-Modelle. Entworfen unter der Leitung von Willie G. Davidson, war die Bad Boy ein früher Vorbote des heutigen „Dark Custom“-Trends. Während andere Modelle jener Ära durch glänzende Oberflächen auffielen, setzte die FXSTSB auf eine düstere Ästhetik. Fast alles an diesem Motorrad war schwarz: die markante Springer-Gabel, der Öltank, die Kotflügelstreben und sogar die Instrumentenkonsole auf dem Tank.
Technisch basierte die Bad Boy auf der bewährten Softail-Plattform, zeichnete sich jedoch durch spezifische Details aus. Das Herzstück war der 1340 ccm (80 cubic inch) Evolution-Motor. Dieser „Evo“-V-Twin gilt bis heute als einer der charakterstärksten Motoren von Harley-Davidson, da er Zuverlässigkeit mit dem klassischen, unverkennbaren mechanischen Klang und spürbaren Vibrationen verbindet. Eine technische Besonderheit, die oft übersehen wird: Die Bad Boy war eines der ersten Harley-Modelle, das serienmäßig mit einer schwimmend gelagerten Bremsscheibe vorne ausgestattet war, um Verformungen bei Hitze entgegenzuwirken – ein modernes Upgrade für die eigentlich nostalgische Springer-Vorderfront.
Die Produktion war auf einen kurzen Zeitraum von 1995 bis 1997 begrenzt, was die FXSTSB heute zu einem gefragten Sammlerobjekt macht. Mit ihrem schmalen 21-Zoll-Vorderrad, dem Bobbed-Tail-Heckfender und den dezenten Farbakzenten auf dem Tank (Gelb, Blau oder Rot, je nach Jahrgang) verkörpert sie den Geist eines Custom-Choppers direkt ab Werk. Wer heute eine Bad Boy besitzt, hütet meist ein Stück Motorradgeschichte, das den Übergang vom klassischen Retro-Design zum modernen, aggressiven Street-Look markierte. Die Kombination aus der antiken Optik der Springer-Gabel und dem schwarzen Finish macht sie auch Jahrzehnte später zu einer der markantesten Erscheinungen auf der Straße.