Excelsior BigX

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:1910-1920
Hubraum:998 ccm
Leistung:10 PS
Ölmenge:3.0
Tankinhalt:11
Antrieb:Kette
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

Excelsior BigX

Der Stolz der Chicagoer Motorradindustrie.

Technik

Ein robuster F-Head Motor, der die Grundlage für viele spätere Board-Track-Rennmaschinen bildete.

Die Excelsior BigX: Amerikas vergessener PS-Gigant der Pionierzeit

In der goldenen Ära des US-Motorradbaus, lange bevor moderne Superbikes die Straßen dominierten, gab es eine Maschine, die das Versprechen von grenzenloser Freiheit und technischer Überlegenheit wie keine andere verkörperte: die Excelsior BigX. Während heute Namen wie Harley-Davidson und Indian das Bild prägen, war die Excelsior Motor Manufacturing & Supply Company aus Chicago bis in die 1920er Jahre hinein der dritte große Player im Bunde der „Big Three“.
Technologische Meilensteine und der V-Twin-Motor
Das Herzstück der BigX war ihr massiver 61 Cubic Inch (ca. 1.000 ccm) V-Twin-Motor. In einer Zeit, in der Einzylinder-Maschinen noch weit verbreitet waren, setzte Excelsior auf rohe Kraft und ein markantes „Inlet-over-Exhaust“ (IOE) Ventildesign. Diese Konstruktion, bei der das Einlassventil direkt über dem Auslassventil im Zylinderkopf thronte, ermöglichte eine effizientere Verbrennung und eine für damalige Verhältnisse beeindruckende Leistung von etwa 7 bis 10 PS – Werte, die in der Praxis oft weit übertroffen wurden.
Ein technisches Highlight war die Einführung der sogenannten „Big Valves“ bei späteren Modellen. Durch vergrößerte Einlassventile konnte die Maschine noch mehr Gemisch ansaugen, was sie zu einem gefürchteten Gegner auf den gefährlichen Board-Track-Rennbahnen machte. Mit einem Dreigang-Getriebe und Kettenantrieb war die BigX ihrer Konkurrenz, die oft noch auf Riemenantrieb setzte, technologisch einen Schritt voraus.
Historischer Kontext: Von Schwinn zum Geschwindigkeitsrekord
Der Aufstieg der Marke ist untrennbar mit dem Namen Ignaz Schwinn verbunden. Der Fahrrad-Tycoon kaufte Excelsior im Jahr 1911 auf und investierte massiv in die Entwicklung. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Bereits 1912 schrieb eine Excelsior Geschichte, als sie als erstes Motorrad überhaupt offiziell mit einer Geschwindigkeit von 100 mph (ca. 161 km/h) gemessen wurde – eine Sensation, die den Ruf der BigX als „Superbike“ ihrer Ära zementierte.
Trotz militärischer Einsätze im Ersten Weltkrieg und einer treuen Fangemeinde endete die Ära der BigX im Jahr 1924, als sie vom moderneren Super X Modell abgelöst wurde. Die Weltwirtschaftskrise zwang Schwinn schließlich 1931 dazu, die Produktion abrupt einzustellen, obwohl die Auftragsbücher noch voll waren. Heute bleibt die BigX ein seltenes Juwel für Sammler und ein Zeugnis amerikanischer Ingenieurskunst, das den Grundstein für die heutige Motorradkultur legte.
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