Excelsior-Henderson Super X (Neuzeit)

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:1999-2000
Hubraum:1386 ccm
Leistung:62 PS
Ölmenge:3.5
Tankinhalt:19
Antrieb:Riemen
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

Excelsior-Henderson Super X

Ein kurzlebiger Versuch in den 90ern, die Marke als High-End-Cruiser wiederzubeleben.

Besonderheit

Eine auffällige Gabelkonstruktion und ein sehr eigenständiges Motordesign (X-Twin).

Die Wiederbelebung von Excelsior-Henderson Ende der 1990er Jahre gilt als eines der ambitioniertesten und zugleich tragischsten Kapitel der amerikanischen Motorradgeschichte. Unter der Leitung der Brüder Dan, Dave und Jennie Hanlon sollte die Marke – einst Teil der „Big Three“ neben Harley-Davidson und Indian – zu neuem Glanz geführt werden. 1999 rollte schließlich die Super X vom Band, ein Cruiser, der technologisch seiner Zeit weit voraus war.
Innovative Technik im Retro-Gewand
Das Herzstück der Super X war der eigens entwickelte „X-Twin“. Während die Konkurrenz noch auf klassische Stoßstangen-Motoren setzte, verfügte dieser 1386-ccm-V-Twin über zwei obenliegende Nockenwellen (DOHC) und vier Ventile pro Zylinder. Ergänzt wurde dies durch eine moderne elektronische Einspritzung von Sagem, was für die damalige Cruiser-Welt fast revolutionär war. Ein weiteres technisches Alleinstellungsmerkmal war die markante „Leading-Link“-Gabel. Diese geschobene Kurzschwinge zitierte optisch die historischen Vorbilder der 1920er Jahre, bot jedoch durch moderne Dämpfer ein stabiles Fahrverhalten und verhinderte das typische Eintauchen beim Bremsen.
Das bittere Ende eines Traums
Trotz der hochmodernen Fabrik in Belle Plaine, Minnesota, und einer enthusiastischen Fangemeinde, war das Schicksal der Marke schnell besiegelt. Massive Investitionskosten von über 100 Millionen Dollar trafen auf eine unglückliche Marktlage während der Dotcom-Krise. Nach nur ca. 1.900 produzierten Einheiten musste das Unternehmen im Jahr 2000 Insolvenz anmelden. Die Super X bleibt jedoch ein technisches Denkmal: Ein Motorrad, das bewies, dass ein US-Cruiser nicht zwangsläufig auf veralteter Technik basieren muss, um Charakter zu zeigen. Heute ist sie ein begehrtes Sammlerstück, das für eine mutige, wenn auch gescheiterte Vision von amerikanischem Engineering steht.
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