Brough Superior SS100

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:seit 2016
Hubraum:997 ccm
Leistung:102 PS
Ölmenge:3.5
Tankinhalt:15
Antrieb:Kette
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

Brough Superior SS100

Die moderne Interpretation des “Rolls-Royce der Motorräder”.

Design

Retro-Futurismus mit Fior-Gabel und vier Bremsscheiben an der Vorderachse.

Die Brough Superior SS100: Das erste Superbike der Geschichte
Lange bevor der Begriff „Superbike“ in den allgemeinen Sprachgebrauch überging, definierte George Brough in Nottingham mit der SS100 (Super Sports) bereits im Jahr 1924, was es bedeutet, die Grenzen des technisch Machbaren zu verschieben. Die SS100 war nicht einfach nur ein Motorrad; sie war ein handgefertigtes Präzisionsinstrument, das als „Rolls-Royce unter den Motorrädern“ Weltruhm erlangte – ein Titel, den das Unternehmen nach einer Werksbesichtigung durch einen Rolls-Royce-Direktor sogar offiziell führen durfte.
Technik, die Rekorde brach
Das markanteste Merkmal jeder SS100 war das schriftliche Versprechen ihres Schöpfers: Jede Maschine wurde vor der Auslieferung persönlich getestet, um sicherzustellen, dass sie die Marke von 100 Meilen pro Stunde (ca. 161 km/h) erreichte. Ein für die 1920er Jahre fast unvorstellbarer Wert. Das Herzstück der frühen Modelle war der legendäre J.A.P. (J.A. Prestwich) V-Twin-Motor mit etwa 1000 ccm Hubraum, der später durch leistungsstarke Matchless-Aggregate ersetzt wurde. Mit einer Leistung von etwa 45 bis 50 PS – was damals etwa der dreifachen Leistung eines Standardmotorrads entsprach – war sie die unangefochtene Königin der Landstraße. Innovative Details wie die „Castle Fork“ (eine von Harley-Davidson inspirierte, aber verfeinerte Gabelkonstruktion) und die Einführung einer Hinterradfederung bei späten Modellen ab 1938 unterstrichen den technologischen Vorsprung.
Ein Erbe zwischen Legende und Tragik
Die Geschichte der SS100 ist untrennbar mit T.E. Lawrence verbunden, besser bekannt als Lawrence von Arabien. Lawrence besaß im Laufe seines Lebens sieben Brough Superiors und war ein leidenschaftlicher Fahrer, der die „seidenweiche“ Leistungsentfaltung der V-Twins schätzte. Tragischerweise verunglückte er 1935 tödlich auf einer seiner SS100, was indirekt zur Erforschung und späteren Einführung von Motorradhelmen führte.
Heute ist die Brough Superior SS100 weit mehr als ein Oldtimer. Sie ist ein Symbol für eine Ära, in der Ingenieurskunst und Ästhetik ohne Kompromisse verschmolzen. Mit nur wenigen hundert jemals gebauten Originalen zählen sie heute zu den wertvollsten Sammlerstücken weltweit und erzielen auf Auktionen regelmäßig Rekordsummen. Ob als historisches Original oder in der modernen Neuinterpretation – die SS100 bleibt der Inbegriff von Geschwindigkeit, Luxus und mechanischer Perfektion.
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