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BMW R 1200 C Montauk
Der maskuline Cruiser mit breiter Front.
Details
Ausgestattet mit der Gabel und den Reifen der CL-Version für ein wuchtigeres Auftreten.
Technik
Einführung der Doppelzündung für einen ruhigeren Motorlauf.
Die BMW R 1200 C Montauk markiert einen der markantesten Momente in der Geschichte bayerischer Motorradbaukunst. Während die ursprüngliche R 1200 C durch ihren Auftritt im James-Bond-Film „Der Morgen stirbt nie“ weltberühmt wurde, war die im Herbst 2003 eingeführte Montauk die technologische Antwort auf den Wunsch nach mehr Substanz und Souveränität im Cruiser-Segment. Sie bildete das Bindeglied zwischen dem puristischen Basismodell und dem wuchtigen Luxustourer R 1200 CL.
Technisch setzte die Montauk auf Evolution statt Revolution, brachte jedoch entscheidende Neuerungen, die heute bei Sammlern besonders geschätzt werden. Das Herzstück blieb der bewährte 1170 cm³ Boxer-Motor, der für die Montauk erstmals mit einer Doppelzündung (Two Spark) ausgestattet wurde. Diese Modifikation optimierte nicht nur die Verbrennung und senkte die Emissionen, sondern sorgte vor allem für eine deutlich gesteigerte Laufruhe im unteren Drehzahlbereich – eine essenzielle Eigenschaft für das genüssliche Cruisen. Mit einer Leistung von 61 PS und einem maximalen Drehmoment von 98 Nm bei nur 3.000 U/min war sie weniger auf Höchstgeschwindigkeit als vielmehr auf kraftvollen Durchzug ausgelegt.
Das Fahrwerk der Montauk war eine geschickte Kombination bestehender Komponenten: Von der CL übernahm sie die breitere Telelever-Vorderradführung und das markante 150-mm-Vorderrad, was ihr eine „bulligere“ Frontansicht verlieh. Ein technologisches Highlight war das wegeabhängige Dämpfungssystem am Hinterrad, das den Fahrkomfort spürbar verbesserte. Optisch differenzierte sie sich durch das charakteristische vertikale Doppelscheinwerfer-Design und das schmale, transparente Windschild.
Die Historie der Montauk ist untrennbar mit dem Ende der ersten BMW Cruiser-Ära verbunden. Da der damalige Boxer-Motor laut Unternehmensführung kaum noch Spielraum für Hubraumvergrößerungen bot, um gegen die wachsende Konkurrenz aus den USA und Japan zu bestehen, wurde die gesamte Baureihe Ende 2004 eingestellt. Mit nur etwa 1.610 produzierten Einheiten ist die Montauk heute eines der seltensten und wertstabilsten Modelle dieser Ära und gilt als visionäres Designstück, das seiner Zeit in puncto Eigenständigkeit voraus war.