AJS Model 31

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:1958-1966
Hubraum:646 ccm
Leistung:42 PS
Ölmenge:2.8
Tankinhalt:16
Antrieb:Kette
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

AJS Model 31

Baugleich zur Matchless G12, jedoch mit dem prestigeträchtigeren AJS-Branding.

Die AJS Model 31: Britische Ingenieurskunst zwischen Innovation und Tradition
Die AJS Model 31, die Ende 1958 als Antwort auf den boomenden US-Markt eingeführt wurde, markiert einen technologischen Wendepunkt in der Geschichte von Associated Motor Cycles (AMC). Während andere britische Hersteller wie Triumph und BSA ihre 650er-Twins auf bestehenden Designs aufbauten, wagte AMC bei der Model 31 (und ihrer Schwester Matchless G12) einen entscheidenden konstruktiven Schritt: die Integration eines dritten Hauptlagers in der Mitte der Kurbelwelle.
Diese dreifach gelagerte Kurbelwelle war eine Seltenheit bei Parallel-Twins und sollte das berüchtigte Durchbiegen der Welle bei hohen Drehzahlen verhindern. Technisch ermöglichte dies den Einsatz von günstigem, aber stabilem Gusseisen (Nodular Iron) anstelle von geschmiedetem Stahl. Ein weiteres markantes Merkmal war der “geteilte” obere Motorbereich: Die Zylinderblöcke und die Aluminium-Zylinderköpfe waren für jede Seite separat ausgeführt, was nicht nur die Kühlung verbesserte, sondern auch Wartungsarbeiten wie den Austausch einer einzelnen Kopfdichtung erheblich erleichterte.
Historisch gesehen war die Model 31 jedoch mehr als nur ein technisches Experiment. Mit der Einführung der sportlichen CSR-Variante (Competition/Spring Frame/Road) im Jahr 1959, die später den Beinamen „Hurricane“ erhielt, bewies AJS ihre Ambitionen im Rennsport. Ein speziell präpariertes Modell gewann 1960 das prestigeträchtige Thruxton 500-Meilen-Langstreckenrennen und festigte den Ruf der Maschine als „Ton-up Bike“, das die magische 100-Meilen-Grenze (ca. 160 km/h) knacken konnte.
Trotz dieser Erfolge und innovativer Ansätze wie dem Duplex-Rahmen für mehr Stabilität kämpfte die Model 31 mit den typischen Kinderkrankheiten ihrer Zeit – allen voran Ölleckagen und Vibrationen, die trotz des Mittellagers spürbar blieben. Als die Produktion 1966 zusammen mit dem AMC-Konzern endete, hinterließ die Model 31 ein Erbe als eine der am besten durchdachten, wenn auch unterschätzten Konstruktionen der klassischen britischen Motorrad-Ära. Heute schätzen Sammler besonders die Kombination aus seltener Technik und der markanten Ästhetik mit den tiefblauen Farbakzenten der AJS-Linie.
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