MZ BK 350

TECHNISCHE DETAILS
Baujahr:1952-1959
Hubraum:343 ccm
Leistung:17 PS
Ölmenge:0.0
Tankinhalt:17
Antrieb:Kardan
ZUSÄTZLICHE WARTUNGSANGABEN
Ventilspiel:-
Zündkerzen:-
Kettenspannung:-

WIKI & INFOS

MZ BK 350

Boxer-Kardan-350. Der einzige Zweitakt-Boxer von MZ.

Charakter

Einzigartiger Motorklang und sehr vibrationsarmer Lauf. Gilt heute als begehrter Oldtimer für Gespann- und Cruiserfreunde.

Die MZ BK 350 nimmt einen besonderen Platz in der deutschen Motorradgeschichte ein, da sie als eine der technisch eigenwilligsten Konstruktionen der Nachkriegszeit gilt. Ihr Kürzel „BK“ steht dabei programmatisch für die Kombination aus Boxer-Motor und Kardanantrieb – eine Paarung, die man heute fast ausschließlich mit großen Viertakt-Reisemaschinen verbindet.

Historischer Kontext und Entstehung

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand das ehemalige DKW-Stammwerk in Zschopau vor einem Neuanfang unter sowjetischer Besatzung. Die Entwicklung der BK 350 begann bereits Ende der 1940er Jahre, basierend auf früheren Entwürfen für ein Flugzeug-Startaggregat. Erstmals 1951 auf der Leipziger Messe als „DKW-Zweizylindermaschine“ präsentiert, startete die Serienfertigung Ende 1952 zunächst unter der Marke IFA. Erst 1956, mit der Umbenennung des Werks in VEB Motorradwerk Zschopau, erhielt sie das heute geläufige MZ-Logo. Die Produktion endete 1959 nach rund 41.000 Exemplaren, da die DDR-Führung zugunsten der einfacheren und günstigeren Einzylinder-Modelle (MZ ES-Reihe) entschied.

Die Technik: Ein Unikum im Zweitaktbau

Das Herzstück der Maschine ist der luftgekühlte Zweizylinder-Zweitakt-Boxermotor mit ca. 343 cm³ Hubraum.
  • Leistungsentfaltung: Die frühen Modelle leisteten 15 PS, während spätere Versionen ab 1956 auf 17 PS gesteigert wurden.
  • Besonderheit Kurbelgehäuse: Da es sich um einen Zweitakter handelt, müssen die Kurbelräume der beiden Zylinder strikt voneinander getrennt sein, um die Vorverdichtung des Gemischs zu ermöglichen. Dies führt zu einer charakteristischen, fast symmetrischen Optik des Motorgehäuses.
  • Kraftübertragung: Ein Novum für die damalige 350er-Klasse im Osten war der wartungsarme Kardanantrieb. Dieser machte die Maschine besonders für den Gespannbetrieb mit Seitenwagen attraktiv.
  • Rahmen und Fahrwerk: Die BK 350 verfügt über einen Doppelschleifen-Rohrrahmen. Die Federung besteht vorne aus einer Teleskopgabel und hinten aus einer Geradewegfederung, was für den Fahrkomfort der 1950er Jahre einen beachtlichen Standard darstellte.
Wichtiger Hinweis für Sammler: Da die BK 350 als „Ausritt in den Oberklasse-Markt“ gedacht war, sind Ersatzteile für den Motor heute oft teurer und seltener als bei den späteren MZ-Massenmodellen.
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