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Ducati Diavel 1260
Ein Mix aus Naked-Bike und Cruiser (Mega-Monster).
Handling
Trotz des 240er Hinterreifens bietet sie eine Agilität, die im Cruiser-Segment ihresgleichen sucht.
Ducati Diavel 1260: Die Evolution eines Grenzgängers
Die Geschichte der Ducati Diavel begann im Jahr 2011 mit einer Provokation. Der Name selbst – im bolognesischen Dialekt für „Teufel“ stehend – war Programm für ein Motorrad, das sich weigerte, in eine gängige Schublade zu passen. Es war weder ein klassischer Cruiser noch ein reinrassiges Naked Bike. Mit dem Modelljahr 2019 erreichte dieses Konzept in der Ducati Diavel 1260 seinen technischen Zenit, bevor die Ära der V2-Motoren in dieser Baureihe endete.
Technische Meilensteine: Das Herzstück der 1260er
Das technologische Rückgrat der Diavel 1260 bildet der Testastretta DVT 1262 Motor. Das Kürzel DVT steht für „Desmodromic Variable Timing“ und markiert einen Wendepunkt in der Leistungsentfaltung. Durch die variable Verstellung der Ein- und Auslassnockenwellen löst Ducati den klassischen Zielkonflikt zwischen hohem Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich und maximaler Spitzenleistung auf. Das Ergebnis sind beeindruckende 159 PS, die jedoch linear und kontrollierbar ans Hinterrad abgegeben werden.
Ergänzt wird diese Mechanik durch ein hochmodernes Elektronikpaket. Eine 6-Achsen-Inertial-Measurement-Unit (6D IMU) von Bosch überwacht permanent die Lage des Motorrads im Raum. Dies ermöglicht Features wie das Kurven-ABS Evo und die Ducati Traction Control (DTC) Evo, die selbst in extremen Schräglagen für Sicherheit sorgen. Während das Standardmodell bereits auf High-End-Komponenten setzt, hebt die „S“-Version mit einem vollständig einstellbaren Öhlins-Fahrwerk und Brembo M50 Bremssätteln die Dynamik auf Supersport-Niveau.
Historischer Kontext und Design-Philosophie
In der Historie von Ducati markiert die Diavel 1260 den Moment, in dem das brachiale Erbe der frühen 1198er-Modelle mit der Kultiviertheit moderner Reisetauglichkeit verschmolz. Das Designteam im Centro Stile Ducati schuf eine Silhouette, die „muskulös und doch elegant“ ist – mit einem massiven 240-mm-Hinterreifen als optischem Ankerpunkt. Die 1260er-Generation integrierte zudem den Gitterrohrrahmen unauffälliger in das Gesamtbild, was die Maschine trotz ihrer physischen Präsenz agiler wirken ließ. Heute gilt die Diavel 1260 als die letzte große Ausbaustufe des legendären Zweizylinders in diesem Segment, bevor die V4-Generation die Bühne betrat.